>> Treibhaus Wien

Im ersten Interview in dieser Kategorie stellen wir euch die junge Grafik Agentur Treibhaus Wien vor. Treibhaus Wien besteht aus 3 Grafik Design Absolventen der Werbe Akademie – Ulrike Dorner, Anna Fabiankowitsch und Georg Leditzky. Das Interview führt Stella Biehal.

Das Trio vom Büro für Gestaltung - Treibhaus Wien
Georg Leditzky, Anna Fabiankowitsch, Ulrike Dorner

Zu aller erst natürlich einmal die Frage: Wie kommt man überhaupt auf die Idee sich gleich nach der Ausbildung selbstständig zu machen?

Ulrike: Tja... Wie kommt man darauf? Warum ist man so wahnsinnig? Wir haben während unserer Ausbildung an der Werbe Akademie einige Projekte abgewickelt und da bereits entdeckt, dass uns eigenverantwortliches Handel und Agieren sehr liegt. Es war überdies immer ein wahnsinniges Erfolgserlebnis, am Ende eines Projektes zu wissen, dass wirklich alles von einem selbst stammt. Von der Idee, über das erste Layout bis hin zur Umsetzung.

Georg: Eine weitere große Motivation war es, dass man als selbst- ständige Grafik Agentur nicht nur auf „die Grafik“ beschränkt ist, sondern auch andere Bereiche, wie Text, Konzeption aber auch Logistik und Produktion abdecken kann und muss.

Ulrike, du hast die Abwicklung von Projekten an der Werbe Akademie angesprochen. Hat sich das damals schon heraus kristallisiert, dass ihr gut miteinander arbeiten könnt oder wie hat sich das ergeben, dass ihr 3 euch zusammengeschlossen habt?

Ulrike: Wirklich gefunkt hat es im 2. Semester. Bei einem Großprojekt haben wir gemerkt, dass wir uns gegenseitig zu Höchstleistungen anspornen und sehr gut – sowohl menschlich als auch fachlich miteinander auskommen.  

Wie kann man sich das nun praktisch vorstellen? Tritt Treibhaus Wien immer als 3er Team auf oder gibt es für verschiedene Bereiche unterschiedliche Kontaktpersonen? 

Georg: Unabhängig davon, wer den neuen Kunden an Land gezogen hat, wird über grundsätzliche Fragen immer im 3er Team gesprochen und entschieden. Um es dem Kunden zu erleichtern wird immer ein klarer Ansprechpartner definiert. Dieser fungiert dann als Schnittstelle zwischen dem Kunden und dem restlichen Team.

Was ganz was banales. Wie habt ihr gestartet?

Georg: Wir haben einen Gründerworkshop besucht und haben uns auch bei einer Bank beraten lassen. Wir wollten wirklich alles „nach dem Lehrbuch“ machen, doch nach und nach verselbstständigte sich Treibhaus Wien und unser Start wurde zu einer Mischung aus total geplant und Sprung ins kalte Wasser.

Ulrike: Zu Beginn haben wir mit den unterschiedlichsten Menschen – von Freunden, über Leuten bei der Wirtschaftskammer, Dozenten, Mitglieder bei der CCA und so weiter gesprochen um möglichst viele Informationen zu bekommen. Danach wollten wir uns den Sommer Zeit nehmen, um die gesammelten Infos zu strukturieren, das Treibhaus richtig zu positionieren und uns über unsere Mission klar zu werden. Für diese Phase hatten wir dann aber nicht so viel Zeit, da wir bereits die ersten Aufträge hatten.

Seid ihr auch auf Menschen gestoßen, die euch vehement davon abgeraten haben euch selbstständig zu machen?

Georg: Ja.

Ulrike: Mein Vater ist selbst Unternehmer und war mehr als einverstanden mit unserem Vorhaben.

Anna: Wir haben sicher nicht nur positives Feedback bekommen, aber es hielt sich mehr oder weniger die Waage. Aber es hätte uns ohnehin nichts von unserem Vorhaben abbringen können.

Wie sieht es mit dem finanziellen Aspekt bei dem Weg in die Selbstständigkeit aus?

Georg: Das ist definitiv ein wichtiger Aspekt. Wir wollen das finanzielle Risiko auf jeden Fall so gering wie möglich halten. Wir haben keine Fremdfinanzierung in Anspruch genommen und achten auch sehr darauf, dass wir bei unseren Ansprüchen am Boden bleiben, damit wir nicht – sollte Treibhaus Wien nicht funktionieren – auf einem Schuldenberg sitzen bleiben. Die ist auch ein Grund warum wir einstweilen auf ein eigenes Büro verzichtet haben.

Das klingt sehr vernünftig.
Gab es Ängste oder Barrieren, die zu überwinden waren bevor ihr Treibhaus Wien realisiert habt?

Georg: Barrieren und Ängste gab es, aber der Drang nach Selbstständigkeit hat immer überwogen und die Motivation mit unserer Kreativität und unseren Ideen eine eigene Agentur aufzubauen hat uns sehr bestärkt.

Wie kam Treibhaus Wien zu Kunden? Gab es da bereits bestehende Kontakte oder habt ihr bei Null angefangen?

Ulrike: Als wir gestartet sind, wussten wir, dass wir mit einem Kunden aus dem Bekanntenkreis fix rechnen können. Das war eine Art Polster für uns. Danach starteten wir mit Kaltakquise – sprich wir gingen in Agenturen und stellten uns nach dem Motto „Hallo hier sind wir“ vor, bzw. wir schickten Portfolios aus. Wir knüpften auch Kontakte in Richtung Junge Wirtschaft und versuchten auch auf andere Wege zu Kontakten zu kommen.

Wie waren da die Reaktionen? Gab es einen Weg, der für euch besonders gut funktionierte?

Ulrike: Wir können nicht wirklich sagen, welcher Akquiseweg nun der bessere ist. Über jeden Kanal machten wir andere Erfahrungen.

Anna: Bei den Reaktionen war auf jeden Fall nie heraus zu erkennen, dass uns Skepsis entgegen gebracht wird, weil wir eine sehr neu gegründete Agentur sind.

Gibt es ein großes Vorbild?

Ulrike: Im Wesentlichen gibt es 2 Vorbilder, die aber nicht so bekannt sind. Zum einen Strichpunkt, eine deutsche Design-Agentur, die mit einem ziemlichen Detailreichtum sehr schöne und filigrane Grafik macht. Und zum anderen Faktor Design, die ein tolles Gefühl für Farben haben und besonders im Printbereich qualitativ hochwertigste Sachen rausgeben.

Georg: Das ist definitiv ein Level, das wir auch gerne erreichen würden. Wir haben diese Agenturen auch deshalb zum Vorbild, da sie dieselben Bereiche abdecken, wie wir – alles rund um Print und Corporate Design.

Beide Beispiele sind aus Deutschland. War Treibhaus Hamburg oder Treibhaus Berlin eine mögliche Alternative?

Georg: In der Tatsache, dass im Bereich Design in Österreich gerade Aufbruchstimmung herrscht haben wir mit unserer Newcomer Agentur eine gute Chance gesehen. Weiters sind wir auch privat hier verwurzelt und leben alle sehr gerne in Wien.

Warum soll ich zu Treibhaus Wien kommen. Was differenziert euch von anderen?

Ulrike: Treibhaus Wien mag Worte, Details und Oberfläche. Wenn du zu uns kommst ist die Oberfläche schön, die Details passen und das Wording ist richtig.

Anna: Das sind immer diese Fragen, worauf man die Antwort genau weiß, sie aber nicht in Worte fassen kann...

Georg: Es sind 3 rauchende Köpfe, die versuchen für das Projekt/den Kunden das Beste heraus zu holen. Wir sind 3 Menschen, die sich nicht mit dem Mittelmaß zufrieden geben und immer versuchen neue Wege zu beschreiten.

Wo seht ihr euch in 5 Jahren? Wo steht Treibhaus Wien in 5 Jahren, wenn wir uns wieder zu einem gemütlichen Beisammensein im Point Of Sale treffen?

Georg: Also hoffentlich treffen wir uns in 5 Jahren in unserem eigenen Büro... Weiters wollen wir uns gerne in der Branche einen Namen gemacht haben, so dass Treibhaus Wien nicht nur für ein hoch motiviertes Team, sondern auch für ausgezeichnet realisierte Projekte steht und bekannt ist. Wir wollen mit dem was wir tun glücklich sein und auch unsere Auftraggeber glücklich machen.

Ein klares Ziel die Venus?

Ulrike: Ja, definitiv! Man wächst nur an großen Zielen.

Georg: Wir haben in den letzten Monaten gesehen, dass man sich einfach nur trauen muss und desto höher man sich Ziele setzt desto höher kommt man hinaus.

Anna: Ja, wir wollen hoch hinaus.

Diesem Ziel seit ihr ja mit der CCA Auszeichnung für euer Projekt rund um die "Bedeutsamen" ein ganzes Stück näher gekommen! Was kann ich mir darunter vorstellen?

Georg: Die Bedeutsamen sind eine Geschenkartikelserie, die aus 7 verschiedenen Blumensamen bestehen. Bei der Namensgebung der einzelnen Samenart wird wiederum mit „Samen“ gespielt. So gibt es zum Beispiel die Zweisamen für frisch verliebte und die Mühsamen für charmante Quälgeister. Sie werden im MAK, im MQ, im Kaufhaus Schiepek und in der Zweigstelle, aber natürlich auch auf unserer Homepage vertrieben.

Ulrike: Die Bedeutsamen sind ein Projekt, welches komplett unter der Schirmherrschaft von Treibhaus Wien steht. Von uns stammen Idee, Layout, Produktdesign, die logistische Abwicklung, einfach alles!

Nun noch ein kurzes Abschlussstatement.

Georg: Abschließend – nach all den Erfahrungen die wir nun in dieser kurzen Zeit gemacht haben, kann ich nur sagen, ich würde diesen Schritt immer wieder gehen. Ich bin stolz auf das was wir bisher schon erreicht haben und für alles offen, was uns in der Zukunft noch erwartet.

Anna: Ich kann mich auch nur dem Georg anschließen. Es ist einfach ein perfektes Team und ich könnte mir die Realisierung mit niemand anderen vorstellen.

 

Das Kultprojekt von Treibhaus Wien: Die Bedeutsamen

 

Weitere interessante Links:

www.treibhaus-wien.at

www.bedeutsamen.at

 
 
 
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